11 Spar-Tipps für Scheveningen

Nun komme ich ja aus Franken, aus einer Gegend, in der man für Schweinebraten mit Kloß rund 8 € bezahlt, und ein halber Liter Bier mit rund 2,50 € zu Buche schlägt. Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich erst einmal mit großen Augen auf die Speisekarte in meiner neuen Heimat geschaut habe: Ein Hauptgericht kostet um die 20 Euro und ein halber Liter Weizenbier 6,50 €. Gut, es muss ja kein deutsches Bier sein. Nehmen wir das gute Grolsch. Aber auch da berechnen sie im Restaurant für den halben Liter 6 €.

Nun lebe ich seit 12 Jahren in Scheveningen, doch an die Preise habe ich mich nie gewöhnt. Klar, es ist wunderschön hier und einen solchen Strand gibt es in Franken natürlich nicht. Dennoch muss auch ich aufs Geld achten. Hier also ein paar Tipps, wie man in Scheveningen ein paar Cents sparen kann.   

 

1) Ein günstiges Hotel finden

Mit der Übernachtung fängt es schon mal an, und da gilt die Formel: Je weiter weg vom Meer das Hotel liegt, desto günstiger wird es. Logisch, im Kurhaus Scheveningen kann man wunderbar direkt am Strand mit Meerblick nächtigen. Doch das hat natürlich seinen Preis. Geht man über die Straße und ein paar Meter Richtung Süden, dann kommen dort günstigere Hotels: z.B. Bella Vista und das Ibis Scheveningen – zwar haben beide nur drei Sterne, dafür zahlt man deutlich weniger. Noch leichter wird es im Zentrum von Den Haag oder im Statenkwartier. Denkt daran: Scheveningen und das Zentrum von Den Haag liegen nur eine Viertelstunde mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln voneinander entfernt. 

2) Online-Tickets kaufen

Wer beispielsweise Madurodam besuchen möchte, kann sich mit einem Online-Ticket nicht nur das Warten am Ticketschalter sparen, sondern zahlt auch weniger: Derzeit (Stand November 2017) kostet ein Online-Ticket über den Anbieter Tiqets 14,50 Euro anstatt 16,50 Euro. Das lohnt sich, vor allem dann, wenn man mit der ganzen Familie unterwegs ist. Hier geht's zu den Online-Tickets für Scheveningen und Den Haag.

3) Parken am Strand vermeiden

In den Parkhäusern oder auf den Parkplätzen in Scheveningen (Zwarte Pad und nördliche Hafeneinfahrt) zahlt man rund 2,50 € pro Stunde. Verbringt man den ganzen Tag am Strand, dann ist man schnell 15-20 € los. Hinzu kommt, dass das Parken direkt an der Straße inzwischen recht kompliziert geworden ist, denn man braucht eine ec-Karte oder eine Park-App. Und wehe, man kommt zu spät zum Auto, und die Zeit ist abgelaufen. Dann wartet eine saftige Strafe von rund 90 € auf einen. Was also tun?

 

4) Mit dem Fahrrad zum Strand

Am besten, man fährt mit dem Fahrrad an den Strand. So kommt man auch gut zu entlegenen und ruhigen Strandabschnitten (z.B. Zuiderstrand oder Zwarte Pad). Tipp: Mietet euch am Bahnhof ein sog. OV-fiets. Das kostet nur 3,85 € für 24 Stunden (weitere Infos zum OV-fiets), und das Radfahren zum Strand macht richtig viel Spaß: In nur 20 Minuten geht’s vom Zentralbahnhof zum Kurhaus von Scheveningen – und das über einen schönen Radweg (Nieuwe Parklaan). Auch viele Hotels verleihen Räder.

5) Öffentlichen Nahverkehr clever nutzen

Bus und Straßenbahn zu nutzen ist in Scheveningen auf jeden Fall besser als mit dem Auto rumzufahren. Und auch hierbei kann man sparen. Fährt man beispielsweise mit dem Bus vom Den Haager Zentrum an den Strand, dann kauft man beim Busfahrer eine sog. Uurnetkaart (Stundennetzkarte), mit der man eine Stunde fahren kann. Sie kostet 3,50 €. Doch vom Zentrum an den Strand braucht man nur eine Viertelstunde oder 20 Minuten. Mein Tipp: Kauft euch eine OV-Chipkaart, eine aufladbare Plastikkarte. Sie kostet zwar einmalig 7,50 €, doch diese Investition hat man schnell wieder raus. Und die Fahrt vom Zentrum an den Strand kostet mit der OV-Chipkaart nur 1,90 € (Ein- und Auschecken am Automaten im Bus oder in der Straßenbahn nicht vergessen!). Die OV-Chipkaart gibt es u.a. am Zentralbahnhof.

6) Am Strand essen gehen

Vielleicht muss man das locker betrachten und sich sagen: „Ich bin jetzt im Urlaub, ich sitze am Strand und das gönne ich mir.“ Das ist prima. Und in Anbetracht der Tatsache, dass man in fast allen Restaurants in Scheveningen und Den Haag am Abend 20 € fürs Hauptgericht bezahlt, ist auch es durchaus verständlich, dass man den Sonnenuntergang direkt am Meer genießen möchte. Wer dennoch sparen will, sollte auf Aktionen achten wie All-you-can-eat-Buffets (z.B. das Indonesische Buffet für 17,50 € p.P. beim Beachclub El Nino am Donnerstagabend) oder die Kuchen-plus-Kaffee-Angebote.

7) Picknick am Strand

Mein 17-jähriger Sohn und seine Freunde können sich ein Essen oder ein Getränk im Strandrestaurant schlichtweg nicht leisten. Sie nehmen dann ein Picknick mit an den Strand (das machen im Übrigen sehr viele Leute). Holländische Supermärkte wie Jumbo am Jachthafen (Van Bergenstraat 7) oder Albert Heijn (Keizerstraat 342) haben viele gute Snacks, sodass man nichts mehr schneiden und einpacken muss. Dort gibt es zum Beispiel Naschtomaten (snoeptomaat) und Mini-Gurken im Plastikbecher, Käsewürfel, Oliven, Wurst in Scheiben (in plakjes) und dazu Baguette. Es gibt auch viele fertige Salate (verse kant-en-klaar salades) einschließlich Dressing und Gabel.

 

8) Auf das Tagesgericht achten

In vielen Restaurants wird ein sog. daghap, ein Tagesgericht, angeboten, das wesentlich günstiger ist als die normalen Gerichte auf der Karte. Wir gehen häufig ins gemütliche, kleine Restaurant Today (Aert van der Goesstraat 42), wo es jeden Abend ein sehr gutes Fleisch- und ein Fisch-Tagesgericht gibt (12 €). Übrigens: Das Mittagessen (lunch) ist in Holland meist wesentlich günstiger, denn werden in der Regel riesengroße und köstlich belegte Baguettes, Suppen und Salate angeboten.

9) Holländer lieben Rabatte

Vermutlich sind wir Deutsche nicht viel anders, aber bei einem Produkt mit korting, Rabatt, greift ein Holländer gerne zu. Wer häufig bei Albert Heijn einkaufen geht, der kann sich an der Kasse gratis die Albert-Heijn-Bonuskaart besorgen. Damit erhält man beim Einkauf auf Produkte, die einen Bonus-Aufkleber haben, einen Rabatt. Das kann sich selbst für die Urlaubseinkäufe lohnen.

 

10) Bei Hema einkaufen

Wenn es einen typisch holländischen Laden gibt, dann ist es Hema. Und fast jeder Niederländer kauft dort ein. Zum einen ist Hema günstig, zum anderen gibt es dort gute Qualität und tolles Design. So kann man Babystrampler aus Bio-Baumwolle für 5 € ebenso kaufen wie eine gute Flasche Bio-Wein für 3,50 €. Wer Urlaub macht, kann sich bei Hema mit Strandspielsachen, Badehandtüchern, Bikinis (12 € für Kinder), Gummistiefeln (7,50 € für Kinder) etc. eindecken. Und das Beste ist: Alles sieht auch noch gut aus. Hema-Geschäfte gibt es in Scheveningen in der Keizerstraat 144 und in der Willem de Zwijgerlaan 61A-63A. Ein Hema-Online-Shop existiert auch in Deutschland:

 

11) Vermeidet Taxis

In Deutschland ist eine Fahrt mit dem Taxi gar nicht so unüblich, in Holland sollte man es vermeiden. Taxifahren ist hier unverschämt teuer. Für die 5 km lange Fahrt vom Hauptbahnhof (Centraal Station) in Den Haag zum Kurhaus am Strand von Scheveningen bezahlt man mindestens 20 €.