Gefängnismuseum - Museum de Gevangenpoort

Der Gevangenpoort war im 13. Jahrhundert eines der Zugangstore zum Binnenhof, dem gräflichen Landsitz von Floris von Holland. Rund um den Binnenhof wuchs im Laufe der Jahrzehnte die Stadt Den Haag heran - und mit den Menschen kamen auch die Übeltäter. Seit dem 15. Jahrhundert diente das Gebäude daher als Gefängnis. Hier warteten Mörder, Betrüger, Diebe oder manchmal auch Unschuldige auf ihre Verturteilung. Denn im Gegensatz zu heute galt die Rechtsprechung: Solange, bis die Unschuld nicht bewiesen ist, bleibt der Verdächtige in Gewahrsam.

 

Das kalte Grauen

Unter welchen Bedingungen die Verdächtigen im Schnitt drei Wochen auf ihren Freispruch oder die Verurteilung warteten, kann man heute sehr anschaulich sehen. Mit einer kleinen geführten Gruppe geht es durch die Räume des Gefängnismuseums: In einer kleinen kalten Zelle mit nur ganz wenig Tageslicht und ohne Betten, lediglich mit etwas Stroh auf dem Boden, harrten bis zu 15 Gefangene aus. Zu essen gab es nur Brot und Wasser. Wasser, das aus dem nahegelegen Hofvijver stammte und in das die Latrinen des Gefängnises führten. Man trank also das, was man kurz zuvor noch von sich gelassen hatte ...

Fotos: Kees Hageman

Die Zwei-Klassen-Gefangenenschaft

Wenn man selber einmal in so einer Zelle stand, bekommt man einen guten Einrduck von dem, was sich früher hier abgespielt haben muss. Weiter geht es zu der "Zelle" der reichen Bürger, die für ihren vorübergehenden Knastbesuch in Luxus auch einiges bezahlen mussten. Sie durften ihre eigenen Möbel mitnehmen, hatten einen großen Kamin und sogar Glas vor dem vergitterten Fenster. Hier wartete auch Cornelis de Witt im 17. Jahrhundert auf seine Verurteilung. Noch heute kann man seine Möbel und sein Himmelbett in der feudalen Zelle bestaunen. Er wurde eines Attentates auf König Wilhelm III. von Oranien verdächtigt. Im Gevangenpoort wurde er dermaßen gefoltert, dass er zum Sterben nach Hause entlassen wurde. Auf dem Weg dorthin wurde er zusammen mit seinem Bruder Johan de Witt überfallen und getötet.

Folterwerkzeuge und Gruselgeschichten

Es hat einen guten Grund, warum der Besuch des Gevangenpoorts Kindern ab 8 Jahren empfohlen wird. Der Anblick der Folterinstrumente, Galgen, Streckbänke und Brandwerkzeuge ist nichts für zartbesaitete Seelen. Dennoch: Der Gevangenpoort ist ein Erlebnis und gibt einen guten Einblick in frühere Zeiten und Sitten. Eine echte Empfehlung für Den Haag-Besucher!

Museum de Gevangenpoort

Buitenhof 33

2513 AH Den Haag

 

Öffnungszeiten:

Di-Fr 10-17 Uhr

Sa+So 12-17 Uhr

 

Eintrittspreise:

Erwachsene 7,50 €

Kinder bis 12 5,50 €

 

Jeder Virtelstunde vor der vollen Stunde (z.B. 13.45 Uhr) gibt es eine niederländischsprachige Führung (Dauer eine halbe Stunde), an jedem Sonntag um 14.15 eine Tour in Englisch. Ohne eine Führung ist nur ein kleiner Teil des Museums begehbar.

 

Alle, die Deutsch sprechen und Niederländisch nicht verstehen, sei dennoch die Führung anzuraten. Man sollte dann an der Kasse nach der deutschsprachigen Broschüre fragen.

 

Zur Website vom Gevangenpoort