Korzo Theater

Im Februar 2011 fand die große Einweihungsfeier statt. Das Korzo Theater wurde zweieinhalb Jahre lang komplett umgebaut und zeigt sich nun ganz puristisch mit viel Beton, Glas, Metall, Backstein. Eine tolle Atmosphäre, in der Tanz eindrucksvoll die Hauptrolle spielt.

Eröffnungsfeier

Zwischen den weintrinkenden Gästen fangen plötzlich Menschen zu tanzen an. Es bilden sich Kreise um die jungen Crosstown-Tänzer, die eindrucksvolle Performances liefern. Sie stehen nicht nur im Foyer, sondern sind über das ganze Korzo-Gebäude verteilt. Sie tanzen in den Ecken des Treppenhauses und in den kleinen Studios.

"Tanzen verbindet, verbreitet und vertieft die menschliche Erfahrung"

Blue Journey von David Middendorp

Tanz in Kombination mit einer Videoinstallation. Zeitweise führen die Tänzer auf der Bühne die gleichen Bewegungen aus wie diejenigen auf der Leinwand, dann wieder trennen sich Wirklichkeit und Illusion. Schön und überraschend, wenn die Leinwand scheinbar auf den Tänzer reagiert und große Finger und Gesichter erscheinen. Und dann fallen plötzlich die Menschen vom Himmel ... Tanz, der Spaß macht! "Der tanzenden Körper erzählt uns, was es bedeutet, Mensch zu sein."

Or fall for nothing von Alida Dors

Man fragt sich ja schon, wie es möglich ist, dass sich Menschen ungefähr vier Mal so schnell bewegen wie man selbst. Wenn diese Menschen dann auch noch so schön, kraftvoll und grazil sind wie die Tänzerinnen Sayonara Chittick, Donna de Prika und die Choreografin Alida Dors selbst, dann spürt man nur noch Bewunderung. Dass die Choreografin aus der Hip Hop-Szene kommt, sieht man Or fall for nothing an. Man hätte fast Lust mit zu tanzen (wenn man nicht so langsam wäre ;-)

"Tänzer schenken dem Publikum ihren Köper als Kunsterfahrung"

Tanz, der nachdenklich macht

Das Korzo Theater bietet nicht nur den jungen, aufstrebenden Choreografen ein Sprungbrett, sondern ist auch Bühne für die ganz Großen der Niederlande. Da darf ein Jirí Kylián natürlich nicht fehlen. Mit seinem Stück Anonymous zeigt er zwei Welten. Da ist der schöne äußere Schein, dargestellt durch zwei sitzende Tänzerinen in einem Meer aus goldenem Stoff, die sich anmutig zu sanfter Musik bewegen. Dann kommt die andere Welt, unser verborgenes Inneres, das mit schriller Musik und verzerrten Bildern auf der Leinwand erscheint und die Ruhe jäh durchbricht.

Tanz der Emotionen

Zu den Großen der holländischen Tanzszene gehört auch die Choreografin Ann van den Broek, die bereits mehrere Preise in Empfang nehmen durfte. Eines der Eröffnungsstücke des neuen Korzo Theaters war ihr Q61, bei dem sechs jungen Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne ihre Gefühle ausleben. Schmerz, Lust, Aggression, Angst, Verlangen und Liebe kommen in ihren Körperbewegungen zum Ausdruck. Die Tänzer sind in ihrem mal ganz und mal halb nackten Auftreten verletzlich, dann wieder stark. Eine Aufführung, der das fröhlich Tänzerische fehlt, dafür tief in das Innere von uns Menschen blicken lässt.

Mein Buch über Den Haag

und Scheveningen: