Do

19

Jun

2008

Babbelonische Sprachverwirrung

 

Wir Franken babbeln ja gerne. Wenn wir im Gschäft sind, bei den Nochboarn, auf der Strass. Und eben auch dann, wenn wir in Holland zu Besuch sind. Ist auch gar nicht so schwer, das Holländisch oder besser gesagt das Niederländisch. Möglichst an alles die Verkleinerungsform -tje anhängen, das "ch" so oft gebrauchen bis einem der Hals weh tut, ein paar Vokale austauschen (jongen statt Junge, ogen statt Augen) und ansonsten Augen zu und durch. Ich benutze dann gern mal "charden" für Garten, obwohl es "tuin" heißt. Aber das macht nichts. Ich werde sowieso verstanden. Apropos sowieso: sowieso, überhaupt und Sehnsucht haben die Holländer einfach übernommen, ohne sie überhaupt nur ein klitzekleines bisschen anzupassen.

 

Schwieriger wird es dann, wenn die Holländer einfach unsere Wörter übernehmen und ihnen - ziemlich frech - andere Bedeutungen geben. Dann heißt das Meer "zee" und der See wird zum "meer". Ha - das Gardameer sagen sie und meinen den Gardasee. Das niederländische Wort "wie" bedeutet "wer" und wenn ihr wissen wollt "wer kommt", dann müsst ihr sagen: "wie komt?". Wollt ihr dagegen wissen, wie was geht, dann "hoe iets gaat". 

 

Manchmal empfiehlt es sich auch, ein englisches Wort holländisch auszusprechen, und schon liegt man richtig: Es heißt also "fück", "maik-üp" und "ketschüp".

 

Also, alles ganz makkelijk (wer hat eigentlich dieses bescheuerte Wort erfunden?), denn meist ist Niederländisch ganz einfach Beinahe-Deutsch. Damit wir niemanden beleidigen: Niederländisch und Deutsch sind Schwestersprachen und - wie es eben so unter Geschwistern ist - Neid und Rechthaberei sind eben oft auch dabei. Alles in allem aber: Wir verstehen uns hervorragend!

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